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Bunte Theorie – der Farbkreis

Farbe ist ein wichtiges Gestaltungsmittel – nicht nur in der Kunst und Mode, sondern auch bei der Einrichtung Ihres Zuhauses. Damit Sie Farben gezielt und wirkungsvoll einsetzen können, hilft es, sich mit einigen Grundlagen der Farbenlehre vertraut zu machen. So finden Sie zum Beispiel heraus, welche Farben sich gut miteinander kombinieren lassen und welche Töne besonders wirkungsvolle Kontraste erzeugen.

Regenbogenfarben

Weißes Licht ist eine Mischung aller Farben. Das lässt sich sogar mit bloßem Auge in der Natur beobachten: Bricht sich das Sonnenlicht in Regentropfen, so wird es in die sogenannten Spektralfarben zerlegt – wir sehen dann einen Regenbogen am Himmel. Dessen Farbband reicht von Rot über Orange und Gelb zu Grün und Blau bis zu Violett. Doch Farben auf Pigmentbasis verhalten sich beim Mischen anders als Lichtstrahlen. Verrühren Sie die Wandfarben Rot, Orange, Gelb, Grün, Blau und Violett in einer Farbwanne, entsteht nicht etwa Weiß – wie beim Licht – sondern Schwarzgrau. Mischen Sie dagegen nur zwei Farben, entsteht ein neuer Ton.

Der 12-teilige Farbkreis

Der Bauhaus-Künstler Johannes Itten hat versucht, die Spektral- oder Regenbogenfarben in einem einfachen Farbkreis anzuordnen. Dieser besteht aus den drei Grundfarben Gelb, Blau und Rot (auch Farben der 1. Ordnung genannt) und den Sekundärfarben Orange, Violett und Grün (Farben der 2. Ordnung), die sich aus ihnen mischen lassen. Mischt man die Sekundärfarben wiederum mit je einer Grundfarbe, entstehen folgende Töne: Blaugrün, Blauviolett, Purpurrot, Orangerot, Gelborange und Gelbgrün. Diese Farben sind also das Ergebnis der Mischung von insgesamt drei Farben. Darum nennt Itten sie auch Tertiärfarben (Farben der 3. Ordnung). Insgesamt kommt man so auf 12 Farben. Liegen sie im Farbkreis direkt nebeneinander, gehören sie zu einer Farbfamilie und lassen sich darum gut miteinander kombinieren. Liegen sich die Farben im Kreis gegenüber (z. B. Blau und Orange), spricht man von Komplementärfarben.

Warme und kalte Farben

Die Farben des Farbkreises unterteilen sich in warme und kalte Farben. Als besonders warm empfinden wir Orangerot, als besonders kühl die Farbe Blaugrün. Die Farbwirkung der übrigen Farben im Farbkreis lässt sich durch die Kombination mit einem zweiten Ton beeinflussen. So wirkt ein helles Grün in Kombination mit einem Erdton wärmer als wenn Sie ihn neben einen Blauton setzen. „Warm“ und „kalt“ sind Bezeichnungen, die von unseren subjektiven Empfindungen ausgehen, d. h. Dinge, die wir zum Beispiel als warm empfinden, besitzen häufig einen „warmen“ Farbton. 

Auch die psychologische Wirkung von Farben spielt eine wichtige Rolle bei der Gestaltung von Wänden in Räumen. Schon Goethe beschrieb diese Farb-Assoziationen in seinem Werk „Zur Farbenlehre“. Er spricht darin unter anderem von der „Plusseite“ und „Minusseite“ des Farbkreises. Die Farben der Plusseite (z. B. Rot und Gelb) „stimmen regsam, lebhaft, strebend“. Die Farben der Minusseite (z. B. Blau und Grün) „stimmen zu einer unruhigen, weichen und sehnenden Empfindung“.

Kontrast und Harmonie

Zwei Komplementärfarben nebeneinander an einer Wand erzeugen einen besonders starken Kontrast. Einen eher harmonischen Effekt erreichen Sie, indem Sie Farbtöne einer Farbfamilie miteinander kombinieren. Diese „Nachbarn im Farbkreis“ wirken harmonisch nebeneinander, weil sie die gleichen Grundtöne enthalten. Alle warmen Farben zum Beispiel enthalten Gelb, alle kalten Farben Blau. Dieses Wissen hilft Ihnen dabei, harmonische Kombinationen zu finden.

Neben der Farbigkeit sollten Sie bei der Gestaltung aber auch Aspekte wie Helligkeit eines Farbtons beachten. Diese verändern Sie zum Beispiel durch Zugabe von Weiß. Laut Goethe wirken selbst Komplementärfarben harmonisch, wenn eine der beiden Farben nicht in reiner Form verwendet wird, sondern als gedeckte Variante – also zum Beispiel Rot und Graugrün. Probieren Sie es aus!

Zeit, Ihre neue Lieblingskombination zu finden! Um Ihnen bei der Gestaltung Ihres Zuhauses zu helfen, bietet das Sortiment von SCHÖNER WOHNEN-Farbe aber auch eine große Auswahl fertig gemischter Töne – von reinen bis zu gedeckten. Nur entscheiden müssen Sie sich selbst!