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Im Nichtstun liegt die Kraft

Sind Sie auch permanent online, nur um nichts zu verpassen? Wird Ihre Liste mit Aufgaben immer länger, Ihre Aufmerksamkeit dagegen kürzer? Damit sind Sie nicht allein. Die meisten von uns sehnen sich nach einer Auszeit. Doch Nichtstun, ist das überhaupt erlaubt? Aber klar! Denn im Nichtstun finden wir zu uns selbst, schöpfen neue Kraft und kommen auf die besten Ideen. Probieren Sie es aus!

Zeit für eine Auszeit

Morgens beim Frühstück einen Arzttermin vereinbaren, auf dem Weg zur Arbeit das Retoure-Paket abgeben, abends noch schnell Milch und Brot besorgen und danach die angesagte Serie weitergucken – der Alltag läuft, aber manchmal läuft er irgendwie an uns vorbei. Höchste Zeit, mal innezuhalten. Denn nicht nur unser Körper braucht Erholungsphasen, auch unser Gehirn. Die tagtäglichen Eindrücke müssen schließlich auch verdaut werden. Und dazu sollten Sie einfach mal – nichts tun! Eine kleine Auszeit vom Alltag gibt Ihnen Gelegenheit zum Durchatmen. Und: Nichtstun kostet nichts. Das ist das Schöne daran.

„Niksen“ – mit Absicht in den Tag träumen

Kann man eigentlich wirklich „nichts“ tun? Eigentlich nicht, denn irgendetwas machen wir immer. Es geht vielmehr darum, auf Sinn oder Ziel zu verzichten. Die Niederländer haben sogar einen Namen für diese Art von Tätigkeit: „Niksen“. Der Name bedeutet so viel wie: „Etwas ohne Zweck tun“. Und als Technik gegen Stress liegt „Niksen“ gerade weltweit im Trend. 

Nichtstun fühlt sich zunächst ungewohnt an. Die Gedanken kreisen um die To-do-Liste und das schlechte Gewissen drängt sich in den Vordergrund. Nach einigen Minuten verlangt unser Gehirn dann meist nach Abwechslung. Also nehmen wir das Smartphone in die Hand, machen Musik an oder lenken uns anderweitig ab, alles aus Angst vor der Langeweile. Dabei schlummern in der „Langeweile“ ungeahnte Kräfte.

Wecken Sie Ihre Kreativität

Wissenschaftler wissen es schon länger: Nichtstun fördert das seelische Gleichgewicht und ist zugleich die Voraussetzung für Kreativität. Kinder, die sich langweilen, kommen nach einiger Zeit ganz von allein auf neue Ideen für Spiele und Beschäftigung. Denn ohne Input von außen wendet sich der Blick nach innen und unser Gehirn stimuliert sich selbst. Es verarbeitet Eindrücke und gespeicherte Erinnerungen und knüpft neue Zusammenhänge. Wie kreativ!

Nichtstun ist auch eine Art innerer Reinigung. Nach einer Weile sehen wir die Dinge klarer, wissen wieder zu schätzen, was wir haben, und finden zu uns selbst. Und wir kommen auf neue Gedanken. Plötzlich kommen Sie auf Lösungen, die Sie mit angestrengtem Nachdenken nicht so schnell gefunden hätten.

Tipp

Hängen Sie öfter einfach mal Ihren Gedanken nach, z. B. beim Warten an der roten Ampel oder in der Schlange an der Supermarktkasse. Noch besser: Spaziergänge in der Natur. Der Anblick von Wald oder Himmel wirkt sehr erholsam.

Eine Ruhe-Oase zu Hause

Schaffen Sie sich auch zu Hause einen reizarmen Ort als Oase der Ruhe. So haben Sie einen festen Platz, an dem Sie abschalten und Kraft tanken können. Ein gemütlicher Sessel genügt. Dazu Kissen, eine Decke und die passende Wandfarbe. Grün oder Blau wirken besonders beruhigend und laden dazu ein, den Blick schweifen zu lassen. Reduzieren Sie mögliche Ablenkungen und verzichten Sie auf Bilder, Zeitschriften und technische Geräte. 

Aber am Wichtigsten: Wenn jemand Sie fragt, was Sie gerade machen, stehen Sie zu Ihrem Nichtstun und antworten Sie mit: „Niksen“. Faulenzen ist keine Zeitverschwendung. Müßiggang tut gut. Dafür muss man sich nicht entschuldigen!